Vierte Station: Civitavecchia/Rom, Italien

Und dann war es tatsächlich soweit: unser letzter Tag der Exkursion. Wir waren schon morgens früh in Civitavecchia eingelaufen und nahmen uns aber noch die Zeit für eine Feedbackrunde an Bord. Dabei wurde deutlich, dass diese letzten Tage und Begegnungen bei uns allen einen bleibenden Eindruck hinterlassen hatten. Es war eine sehr intensive Zeit, die uns vor Augen geführt hat, wie wir unsere Studieninhalte praktisch erleben und anwenden können.

Nach hektischem Packen und Check-out mussten wir nun leider vom Peace Boat und der Crew Abschied nehmen. Allerdings blieb nicht lange Zeit zur Trauer, da wir zwar das Schiff verlassen hatten, aber in Rom noch ein weiteres interessantes Treffen auf dem Plan stand.

Am Abend kam unsere Gruppe ein letztes Mal zusammen, um von Marco Garofalo etwas über die Arbeit von Sant’Egidio zu erfahren. Marco Garofalo berichtete über die Arbeit von Sant’Egidio, insbesondere über ihre Arbeit als Mediatoren in Bürgerkriegen. Das wohl bekannteste Beispiel ist ihr Engagement im Fall Mozambique 1992. Sant’Egidio nahm Kontakt zu den Guerillakämpfern auf, überzeugten sie als Zeichen des guten Willens gefangen genommene Nonnen freizulassen und konnten so die Konfliktparteien an einen Tisch bringen.

Während eines Mediationsprozesses versucht Sant’Egidio stets Raum für konstruktive Verhandlungen bereitzustellen. Dabei sieht die Gemeinschaft ihre explizit religiöse Basis für ihre Arbeit als einen Vorteil, denn auch wenn sie keine Macht oder viel Geld besitzen, können sie auf die Kapazitäten ihrer Mitarbeiter zurückgreifen, die sich für den Frieden einsetzen.

Sant’Egidio wurde 1968 als eine christliche Laienbewegung gegründet und hat sich seitdem der Verbreitung des Evangeliums durch den täglichen Dienst an den Armen verschrieben. Marco Garofalo selbst ist Sant’Egidio mit 14 Jahren beigetreten. Seit ein paar Jahren ist er hauptberuflich für Sant’Egidio unterwegs. Zuvor arbeitete er als Archäologe. In dem Gespräch betonte er, dass die Mediationsarbeit nur einer der Pfeiler von Sant’Egidio ist und das Hauptaugenmerk auf der tagtäglichen Arbeit mit und für die Armen liegt. Er hat auch auf Mediationsversuche hingewiesen, die gescheitert sind wie in Algerien. Das Gespräch hat uns die Möglichkeit gegeben, Erfahrungen und Methoden der Mediation in Bürgerkriegen aus erster Hand kennenzulernen.

Das anschließende Abendgebet, an dem die gesamte Gruppe teilnahm, war ein schöner Abschluss. Es bestand vorwiegend aus einer Abfolge von Gesängen, die von einer kleinen Gesangsgruppe geleitet wurde und eine bewegende Stimmung in der Kirche schuf. Dies war ein „feierlicher“ Ausklang unserer spannenden und bewegenden Exkursion. Wir nehmen die vielen Eindrücke, Erfahrungen, Geschichten und Begegnungen mit nach Hause und werden uns in unserem Studium und/oder zukünftigen Arbeit auf die eine oder andere Weise von ihnen inspirieren und beeinflussen lassen. (LG/BS)

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