Die NGO „Peace Boat“

1983 entschloss sich eine Gruppe japanischer Studenten zu einer aufsehenerregenden Aktion, um gegen die staatliche Zensur hinsichtlich der Rolle Japans im Zweiten Weltkrieg vorzugehen. Sie charterte ein Schiff und begab sich auf eine Reise in Japans Nachbarländer, um so von erster Hand zu erfahren, wie diese den Krieg erlebt hatten.

Die daraus entstandene Nichtregierungsorganisation Peace Boat mit Sitz in Tokio baut auf der Idee der Studenten auf. Peace Boat will auf sensible Themen aufmerksam machen und durch konkrete Handlungen zu positiven sozialen und politischen Veränderungen in der Welt beitragen. Die Reise auf dem Peace Boat bildet dabei den Kern der Aktivitäten der NRO. Es geht Peace Boat darum, mit dem Schiff einen neutralen und mobilen Raum für Austausch und Kooperation zu bereitzustellen, der in Nationalstaaten nicht so einfach gegeben wäre.

Auf jeder Reise begleiten Gastlektoren die Touristen an Bord. Diese halten Vorträge über die Geschichte, Kultur und aktuelle Geschehnisse der Länder, die das Schiff ansteuert. Die Peace-Boat-Teilnehmer können außerdem an unterschiedlichen Vorträgen, Workshops und Diskussionen über Themen, die Peace Boat wichtig sind, wie Menschenrechte, Friedenserziehung, Umwelt und nachhaltige Entwicklung, partizipieren.

Tourismus bedeutet für Peace Boat verantwortungsvolles Reisen. Dafür kooperiert die NRO mit lokalen Organisationen in unterschiedlichen Ländern. Reisen soll Möglichkeit zur Bildung bieten und einen Beitrag zu globaler Nachhaltigkeit und Frieden leisten.

Die Prinzipien von Peace Boat sind:

  • Kooperation und Solidarität
  • Zivilgesellschaftsbasierte Arbeit
  • Finanzielle Selbstständigkeit
  • Partizipatorisches und horizontales Arbeiten
  • Unterstützung und Förderung von ehrenamtlichen Tätigkeiten
  • Unabhängigkeit von politischen Parteien oder religiösen Gruppierungen

Weitere Informationen (auf Englisch) finden sich auf den offiziellen Seiten von Peace Boat.

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